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Windkraft schlägt selbst optimistische Prognosen

 

Mit einem solchen Erfolg der Windkraft, hatten selbst Optimisten nicht gerechnet. Als Greenpeace im Herbst 1991 ein Energiekonzept für Deutschland vorstellte, schien das "Öko-Szenario" geradezu visionär: Im Jahr 2010, so rechneten die Umweltschützer vor, könnten Windkraftwerke in Deutschland 30 Terawattstunden Strom erzeugen (also 30 Milliarden Kilowattstunden). Heute ist diese Perspektive längst Makulatur - sie war zu pessimistisch. Vermutlich schon viel früher, vermutlich im Jahr 2005, wird das Ziel von 30 Terawattstunden Windstrom in Deutschland erreicht sein.

 

So hat man in den vergangenen zwölf Jahren eines gelernt: Wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzt, dann werden selbst optimistische Prognosen schnell übertroffen. So haben das Stromeinspeisungsgesetz ab 1991 und erst recht das nachfolgende Erneuerbare-Energien-Gesetz ab April 2000 den regenerativen Energien in Deutschland einen Boom beschert, der ebenso unerwartet kam, wie er weltweit einmalig ist.

 

Die Zahlen sind beachtlich: Zum Jahresende 2003 waren in Deutschland gut 14.600 Megawatt installiert. Damit erreicht der Anteil des Windstroms in Deutschland in einem mittleren Windjahr inzwischen die Sechs-Prozent-Marke. In Schleswig-Holstein liegt er bereits bei über einem Viertel, in guten Monaten gar bei mehr als der Hälfte. Und spätestens wenn in wenigen Jahren die Offshore-Windkraft vor den deutschen Küsten startet, wird Schleswig-Holstein zum Windstrom-Exporteur.

 

Steigende Leistungen der Anlagen sind eine Ursache für den Erfolg der Windkraft. 1992 leistete jede neu installierte Turbine im Mittel etwa 160 Kilowatt, im Jahr 2000 waren es bereits gut 650 Kilowatt und im vergangenen Jahr bereits fast 1,6 Megawatt. Heute werden Serienanlagen mit jeweils 2,5 Megawatt ausgeliefert, und Prototypen mit 4,5 und 5 Megawatt gebaut.

 

International steht Deutschland mit diesen Zahlen Abstand an der Spitze - rund 40 Prozent der globalen Windkraftleistung sind in Deutschland installiert. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Spanien und die USA, an vierter Stelle Dänemark. Pro Kopf, oder auch je Quadratmeter des Landes kalkuliert, liegt Dänemark allerdings noch in Führung. Und auch andere Länder haben sich viel vorgenommen: Großbritannien etwa möchte massiv die Offshore-Windkraft voranbringen. Drei Viertel der weltweiten Windkraftleistung ist heute in Europa installiert.

 

Ausserhalb Europas führen derzeit neben den USA die Länder Indien, China und Japan die Statistik an. Das weltweite Windangebot liegt etwa hundert mal so hoch, wie der gesamte Stromverbrauch Deutschlands; nur etwa 0,1 Prozent des global verfügbaren Windpotenzials sind bisher genutzt.

 

 
 
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