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Der Hintergrund 0 Sonne

 

Für Wärme- und Stromerzeugung gleichermaßen sinnvoll: Solarenergie

 

Die Solarenergie ist seit einigen Jahren in vielen Ländern gleich doppelt erfolgreich. Die Photovoltaik, also die Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht, hat sich in den späten neunziger Jahren zu einem beachtlichen Wirtschaftszweig entwickelt. Und zugleich wurde auch die Solarthermie, die Erwärmung von Wasser mit Sonnenkraft, immer populärer.

 

Beim Solarstrom führen Japan und Deutschland derzeit die weltweite Statistik an. Zwar bewegt sich selbst in Deutschland der Sonnenstrom mit 400 Millionen Kilowattstunden pro Jahr (2003) im Vergleich zum Verbrauch noch auf niedrigem Niveau - der Solarstrom deckt erst knapp 0,1 Prozent des nationalen Verbrauchs. Doch das Wachstum ist enorm; seit 1990 ist die Menge des Solarstroms im deutschen Netz um mehr als das hundertfache gestiegen.

 

Bei keiner erneuerbaren Energie ist das örtliche Engagement in den Gemeinden so entscheidend für den Ausbau, wie bei der Sonne. Das dokumentiert sehr anschaulich die "Solarbundesliga", die auch im Internet (www.solarbundesliga.de) seit mehr als zwei Jahren die Aktivitäten in den Kommunen hierzulande ermittelt und dokumentiert: Die Leistung der installierten Solarkraftwerke differiert in den Gemeinden um mehr als den Faktor 1000. Spitzenreiter ist die bayerische Gemeinde Rettenbach am Auerberg mit 460 Watt Photovoltaik pro Kopf.

 

Mehr als doppelt so hoch, wie dieser derzeitige lokale Spitzenwert, liegt bundesweit das Potenzial, das vom Bundesumweltministerium auf gut 100.000 Megawatt (allein auf Dachflächen) taxiert wird - womit ein jährlicher Ertrag von 84 Milliarden Kilowattstunden zu erzielen ist. Das entspricht etwa 15 Prozent des nationalen Strombedarfs. Mit Solarmodulen auf Freiflächen ließe sich sogar noch ein Mehrfaches diese Menge gewinnen.

 

Die heutigen Solarzellen bestehen zumeist aus einem kristallinen Siliziumhalbleiter, in dem bei auftreffender solarer Strahlungsenergie eine Spannung erzeugt wird. Die einzelnen Zellen werden üblicherweise zu Modulen verschaltet, in denen sie wetterfest eingeschlossen sind. Die Hoffnungen für die Zukunft ruhen jedoch auf neuen Materialien, die den Preis der Module deutlich senken können.

 

Doch sind auch in der jüngsten Vergangenheit durch die steigenden Produktionsmengen die Preise bereits deutlich gesunken. 1990 kostete eine Solaranlage mit einem Kilowatt Leistung umgerechnet 13.500 Euro, heute sind es noch 6000 Euro. Im Jahr 2020, prophezeien Branchenkesser, wird die Fotovoltaik in den Mittagsstunden bereits zu marktgerechten Preisen produzieren können. Denn die Erfahrung zeigt, dass jede Verdopplung des Verkaufsvolumens von Solarzellen 20 Prozent Preisreduktion bringt.

 

Da die Erzeugung von Solarstrom bis heute aber noch deutlich teurer ist als alle anderen erneuerbaren Energien, konnte sich diese Form der Stromgewinnung bisher nur in jenen Industrieländern durchsetzen, in denen für ins Netz eingespeisten Solarstrom eine erhöhte Vergütung bezahlt wird.

 

Aber auch ohne staatliche Unterstützung kann der Solarstrom attraktiv sein - in jenen Ländern nämlich, in denen Stromnetze bisher nicht flächendeckend zur Verfügung stehen. In Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen abgelegene Siedlungen bisher noch ganz ohne elektrischen Strom auskommen müssen, bietet die Photovoltaik vielen Menschen daher eine neue Chance, ihren Lebensstandard zu verbessern.

 

Auch die Solarthermie bietet sich gleichermaßen für Industrie-, wie für Entwicklungsländer an. In Europa nutzen immer mehr moderne Wohnhäuser die solare Wärme zur Erwärmung von Brauchwasser und mitunter auch zur Unterstützung der Wohnraumheizung. Und auch in ärmeren Ländern, wie etwa in Teilen Asiens, sind die Kollektoren gleichermaßen populär, um den Menschen in abgelegenen Regionen warmes Wasser ohne Verbrauch teurer Brennstoffe zu liefern.

 

Die Wachstumsraten des solaren Wärmemarktes sind beachtlich. In Deutschland hat sich die Fläche der Solarkollektoren in den Jahren 1990 bis 2003 um das Zwölffache erhöht. Mit rund fünf Millionen Quadratmetern Ende 2003 erzielt Deutschland heute auch in dieser Sparte eine internationale Führungsposition. Das Potenzial ist gleichwohl noch um ein Vielfaches größer: Die geeigneten Dachflächen im Land belaufen sich auf eine Milliarde Quadratmeter.

 

Weit verbreitet ist in Europa die thermische Nutzung der Solarenergie ferner zum Beispiel in Griechenland und Österreich. Pro Kopf führt Griechenland derzeit die Statistik an. International gehört China mit jährlich mehreren Millionen Quadratmetern neu installierter Kollektorfläche zu den führenden Ländern.

 

Auch europaweit wächst der Markt für Solarthermie beachtlich - um fast zwölf Prozent jährlich im vergangenen Jahrzehnt. Derzeit sind in der EU insgesamt etwa 14 Millionen Quadratmeter Kollektoren installiert, das ist aber erst ein Prozent des bestehendes Potenzials. Auf anderen Kontinenten liegt der derzeit genutzte Anteil noch deutlich niedriger.

 

 
 
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