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Der Hintergrund 0 Kyoto-Protokoll

 

Das Kyoto-Protokoll

 

Inhalt

Das Kyoto Protokoll ergänzt die Klimarahmenkonvention, indem es rechtlich bindende Grenzen der Emissionsmenge und Reduktionsziele für die Industrieländer definiert. Insgesamt sollen die Emissionen bis zum Zeitraum von 2008 - 2012 um 5,2 Prozent reduziert werden (Vergleichsjahr 1990). Die Verpflichtungen beziehen sich auf die sechs wichtigsten Treibhausgase, die Einfluss auf die globale Erwärmung haben: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (NO2), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), Perfluorcarbon (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6).

 

Ratifizierung

Damit die Vereinbarungen Inkrafttreten können, muss das Protokoll von mindestens 55 Staaten ratifiziert werden, die ihrerseits mindestens 55 Prozent der CO2-Emissionen der Industrieländer von 1990 auf sich vereinigen. Nachdem die USA aus den Verhandlungen ausgestiegen sind, ist die Ratifizierung durch Russland entscheidend.

 

Reduktionsziele 

  • EU, Schweiz und die meisten Zentral- und Osteuropäischen Länder: minus 8 Prozent

  • USA: minus 7 Prozent

  • Japan, Kanada, Polen, Ungarn: minus 7 Prozent

  • Russland, Ukraine, Neuseeland: minus 0 Prozent

  • Norwegen: plus 1 Prozent

  • Australien: plus 8 Prozent

  • Island: plus 10 Prozent

Die einzelnen europäischen Länder haben sehr unterschiedliche Reduktionsziele ausgehandelt: so muss Deutschland seine Treibhausgase um 21 Prozent reduzieren, während industriell schwächere Länder wie Portugal oder Island ihre Emissionen erhöhen dürfen.

 

Schlupflöcher

Insgesamt gibt es einen breiten Konsens darüber, dass die Vereinbarungen im Kyoto-Protkoll nicht ausreichend sind, um die Ziele der Klimarahmenkonvention zu erreichen. Das Kyoto-Protokoll bietet zugleich diverse, die vereinbarten Reduktionsziel aufweichende Schlupflöcher. Über die Nutzung des Angebots an sogenannten flexiblen Mechanismen - wie "Clean Development Mechanism"(CDM), "Joint Implementation" (JI) und "Emission Trading" (ET) können die tatsächlichen Reduktionsziele von den Ländern umgangen werden. Zudem dürfen sogenannte CO2-Senken - dies sind vor allem Wälder -weitgehend in die Bilanz und die Mechanismen einbezogen werden. Während die Verbrennung fossiler Energieträger das dort gebundene CO2 unwiederbringlich in die Atmosphäre entlässt, kann das Anpflanzen von Wäldern nicht garantieren, dass das CO2 dort für alle Zeiten gebunden bleibt.

 

Trotz erheblicher Schwachpunkte gilt das Kyoto-Protokoll als erster wichtiger Schritt zu weitergehenden verbindlichen Vereinbarungen, der zumindest für den einzelnen Staat absichert, dass auch die andern etwas tun müssen!


 
 
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