Biomasse - ein Energieträger von besonderer Vielfalt
Die Biomasse ist die vielfältigste Form der
erneuerbaren Energien. Angefangen vom traditionellen Energieträger Holz
über andere feste Biomasse (wie Stroh), flüssige Biomasse (wie
Pflanzenöle oder Bioalkohole) bis hin zum Biogas reicht das Spektrum.
Entsprechend vielfältig sind auch die Technologien,
die zum Einsatz kommen. Und gleichermassen spezifisch sind auch die
Herausforderungen, denen sich die BetreiberInnen der Anlagen
hinsichtlich Rohstoffbeschaffung, Qualitätssicherung und Verbrennung
stellen müssen. Je nach Klimazone und abhängig von den Anforderungen und
technischen Möglichkeiten sind auch die Potenziale der Biomasse auf der
Erde regional sehr unterschiedlich.
Generell gilt die Nutzung von Bioenergie als
klimaneutral, obwohl bei der Verbrennung der Stoffe Kohlendioxid frei
wird. Da dieses aber in der Wachstumsphase der Pflanzen in vollem Umfang
der Atmosphäre entzogen wurde, ist der Kreislauf geschlossen - die
Verbrennung mithin in der Bilanz klimaunschädlich. Zudem setzt Biomasse,
die verrottet, genau die gleiche Menge an Kohlendioxid frei, wie eine
Verbrennung.
Die traditionellste Form der Nutzung von Biomasse ist
die Verbrennung von Holz. Während in vielen Ländern der Erde die
Verbrennung von Stückholz noch heute aktuell ist, beginnt in den
Industrieländern eine Renaissance des Brennstoffes Holz auf Basis
automatisierter Feuerungen. In Form von daumengroßen Holzhackschnitzeln
oder von Pellets in Pillengröße werden die Brennstoffe dafür
angeliefert. Das gesamte Spektrum von großen Heizwerken bis zur
kleinsten Wohnzimmerheizung kann damit bedient werden.
Zu den bekannteren Formen der Bioenergie zählen auch
die Pflanzenöle, speziell Rapsöl. Dieses wird entweder als
naturbelassenes Öl oder als chemisch veränderter Biodiesel bevorzugt für
Fahrzeugmotoren verwendet. In Deutschland gibt es zudem
Forschungsprojekte, die so genannte "Designerkraftstoffe" verfolgen,
also Treibstoff aus Holz herstellen durch Vergasung und anschließende
Verflüssigung.
Des weiteren ist die Vergärung von Biomasse und damit
verbundene Erzeugung von Biogas ein großes Thema. Gerade Gülle und
Fäkalien aus der Tierhaltung bieten sich hierfür an. Die Exkremente
werden in einem geschlossenen Tank unter Ausschluß von Sauerstoff
vergoren. Dieser bakterielle Prozess erzeugt ein gas, das zu rund 60
Prozent Methan enthält. Dieses Gas ist brennbar (es ist auch der
Hauptbestandteil von Erdgas), und kann anschließend in Kleinkraftwerken
verbrannt werden, wobei Strom und Wärme gewonnen wird. Setzt man auch
Bioabfälle aus der Lebensmittelverarbeitung oder auch nachwachsende
Rohstoffe (zum Beispiel auch Grasschnitt) zu, so kann der Ertrag noch
deutlich gesteigert werden.
Aufgrund der Vielfalt der Stoffe ergeben sich nicht
nur große Potenziale in den unterschiedlichsten Teilen der Erde, sondern
zugleich auch wirtschaftliche Perspektiven für diverse Branchen. Gerade
für die Land- und Forstwirtschaft kann dieser Weg zum "Energiewirt" sehr
attraktiv sein.
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