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Die AktionDie Energieprojekte der Bundesländer

Thüringen
Wasserkraft und Schafswolle


Die Clodramühle in Thüringen ist mehr als ein geschichtsträchtiges Bauwerk. Sie ist ein Musterbeispiel für nachhaltiges Wirtschaften: Schafswolle als heimischer Rohstoff, kurze Transportwege und die Nutzung von Wasserkraft und Biomasse als regenerative Energien. "Aus der Region für die Region - das ist unser Prinzip", sagt Michael Groß.

Bereits im Jahre 1994 begann Familie Groß mit der Herstellung von Schafwollvlies, die sie von Kleinerzeugern aus der Region einkaufte - eine sinnvolle Nutzung für den wertvollen Naturstoff, der als Rohwolle häufig nur noch schwer absetzbar ist. Der nächste Schritt sollte einige Jahre später die ökologische Perfektionierung des Gewerbes werden: Vor Ort wollte man künftig die Wolle waschen und regenerative Energien nutzen..

Im Jahr 1998 erwarb die Familie die Clodramühle. Das historische Gebäude in Berga, südlich von Gera gelegen, bot sich für das geplante Projekt an. Der alte Lehmbau, im Jahr 1240 erstmals urkundlich erwähnt, wurde komplett saniert. "Alle haben mit angepackt", sagt Familienvater Groß, "von der Oma bis zum Kind."

An der alten Mühle dreht sich seither wieder ein Wasserrad - ein so genanntes Zuppinger-Rad mit fünf Metern Durchmesser. Angetrieben von der Kraft des Flüsschen "Elster" reicht es mit einer Maximalleistung von 15 Kilowatt gut aus zur Deckung des eigenen Strombedarfs. Der Strom treibt textilverarbeitende Maschinen an, auf denen die Schafswolle verarbeitet wird. Mehr noch: beim Waschen der Wolle mit gefiltertem Flusswasser fallen energiereiche Fette an, die ebenfalls viel zu schade sind, um ungenutzt zu bleiben. Sie werden in einem kleinen Blockheizkraftwerk verheizt und liefern neben Strom auch noch Wärme. Ein Teil der erzeugten Energie kann sogar ins öffentliche Netz eingespeist werden. - ein perfekter Kreislauf.

Längst ist die Clodramühle im romantischen Elstertal mit Restaurant und Pension zu einem beliebten Ausflugsziel geworden, zumal sich vor Ort auch ein kleines Technikmuseum etabliert hat: Textilmaschinen, mehr als ein halbes Jahrhundert alt, sind hier zu besichtigen. In der alten Mühlenstube finden Familienfeiern, Schulungen und Vorträge statt. Und Michael Groß setzt auf Transparenz: "Wer in einer anderen Region ähnliches plant, dem gebe ich gerne über unser Projekt Auskunft."



Kontakt:
Clodramühle
Dorfstraße 37
07980 Berga / Elster OT Clodra
Tel. 036623-2300
Fax. 036623-23029
info@clodramuehle.com
www.clodramuehle.com

 


Weitere Informationen: www.clodramuehle.com

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