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Schleswig-Holstein:
Strohheizung für die Geflügelzucht
Der Heizölpreis lässt Volker Pries
inzwischen kalt. Der schleswig-holsteinische Geflügelzüchter
heizt klimaschonend - mit heimischem Stroh - und empfindet
allenfalls ein wenig Genugtuung, wenn der Ölpreis mal wieder
steigt.
Noch bis Ende 2001 brauchte Pries im Jahr 100.000 Liter
Heizöl, um die Ställe seiner Geflügelaufzucht - immerhin
5.000 Quadratmeter groß - und ein Vierfamilienhaus warm zu
halten. Dann aber schaffte er den Absprung, machte sich
unabhängig vom fossilen Brennstoff und den Preiskapriolen
internationaler Rohstoffmärkte. "Mein Brennstoff kommt aus
der direkten Umgebung, höchstens aus zehn Kilometer
Entfernung" sagt Pries.
In Großquadern, jeder 500 Kilogramm schwer, wird das Stroh
am Heizwerk angeliefert. Etwa 50 Hektar werden benötigt, um
den Heizenergiebedarf von Farm und Haus zu decken. Drei
Kilogramm Stroh liefern etwa so viel Wärme wie ein Liter Öl.
Über einen Kettenvorschub gelangen die Ballen in einen
automatischen Zerkleinerer. Von hier wird das Stroh in das
Heizhaus gesaugt und dort im Kessel verfeuert. Wenn im Stall
die Küken eingesetzt sind, ist die Heizung enorm gefordert:
"Dann läuft der Brenner eine Woche auf Volllast".
Die Anlage kommt aus Dänemark. Dort habe man seit 20 Jahren
Erfahrungen mit Strohheizungen, sagt der Landwirt. Deutsche
Filtertechnik sorgt dafür, dass die Abgase den Vorschriften
genügen. Obwohl es die notwendige Technik auf dem
internationalen Markt zu kaufen gibt, wurde dem Betreiber
trotzdem ein bisschen Experimentierfreude abverlangt: "Erst
dachte ich an eine Ganzballenheizung zur energetischen
Strohnutzung", sagt Pries, "doch eine vollautomatische
Anlage, die die Ballen selbst auflöst und dem Kessel
zuführt, erwies sich schließlich als komfortabler."
40 Prozent der Investitionen steuerte die Energiestiftung
Schleswig-Holstein bei. "So rentiert sich die Anlage",
bilanziert Pries heute. "Sie rechnet sich im Vergleich zum
Öl immer dann, wenn der Ölpreis bei mindestens 28 Cent je
Liter liegt." Und das ist seit Jahren stetig der Fall.
Die guten Erfahrungen mit seinem eigenen Ökoheizwerk haben
den Geflügelzüchter inzwischen zu seinem nächsten Projekt
motiviert: Für den deutschen Markt hat Volker Pries den
Vertrieb der dänischen Technik übernommen.
Kontakt:
Strohheizwerk Seedorf
Am Markt 11
23823 Seedorf
Tel. 04555/719898
Fax 04555/719899
vertrieb@vp-biotherm.de
www.vp-biotherm.de
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