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Sachsen-Anhalt
Bioethanol: Treibstoff vom Acker
Künftig kommt der
Treibstoff in Sachsen-Anhalt teilweise
von heimischen Äckern. "Pack die Sonne
in den Tank" wirbt die Sauter
Unternehmensgruppe aus Zörbig. Deren
Tochter, die Mitteldeutsche BioEnergie
GmbH & Co. KG, wird ab Sommer 2004 in
großtechnischem Maßstab Bioethanol
produzieren. Als Zusatzstoff für Benzin
leistet der Bioalkohol einen wichtigen
Beitrag zur Einsparung fossiler
Brennstoffe und dient gleichzeitig dem
Klimaschutz.
Die Anlage funktioniert fast wie eine
Schnapsfabrik - mit einem entscheidenden
Unterschied, der einiges vereinfacht:
"Wir müssen uns nur auf den
Alkoholgehalt konzentrieren, nicht auf
den Geschmack", sagt Geschäftsführer
Michael Kuhn. Daher können in der Fabrik
unterschiedlichste stärkehaltige
Rohstoffe verwendet werden, je nach dem,
welche Agrarprodukte gerade am Markt zu
bekommen sind. Alle Getreidesorten, so
heißt es, kämen für die Vergärung in
Frage. Auch solche Chargen, die aus
bestimmten Gründen nicht im Lebens- oder
Futtermittelbereich verwendbar sind. Auf
diese Weise können auch diese Produkte
noch sinnvoll genutzt werden. Außer
Roggen, Weizen, Mais und Gerste ist
theoretisch auch die Verarbeitung von
Wertstoffen wie Altbrot, Säften oder
Konfitüre möglich.
"Derzeit planen wir überwiegend Roggen
einzusetzen", sagt Kuhn. Diese
Getreidesorte werde in diesem Jahr
voraussichtlich am wirtschaftlichsten
sein. Für die Landwirte der Region
dürfte sich die gesicherte und in der
Nähe befindliche Absatzmöglichkeit von
jährlich 270.000 Tonnen Getreide als
positiv erweisen - zumal die
Bioethanol-Fabrik mit ihrer großen
Nachfrage die Marktpreise zu
stabilisieren hilft. Profitieren wird
auch der örtliche Arbeitsmarkt: 70
Arbeitsplätze, davon 5
Ausbildungsplätze, werden von dem
traditionsreichen Familienunternehmen
Sauter, das im Jahre 1875 mit dem Handel
von Sämereien begann, mit der neuen
Anlage geschaffen. Eine zweite Anlage
von fast doppelter Größe errichtet der
Mittelständler zeitgleich im
brandenburgischen Schwedt.
Attraktiv wurden die neuen Fabriken,
seit der biogene Anteil in
Kraftstoffmischungen von der
Mineralölsteuer befreit ist. Der
Bioalkohol reduziert aber nicht nur die
Steuerlast eines jeden Liters Benzin. Er
verbessert auch die Klopffestigkeit des
Treibstoffs und vermindert außerdem den
Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid.
Die EU sieht in der verstärkten Nutzung
von Biokraftstoffen eine Maßnahme, die
zur Erfüllung der
Klimaschutzverpflichtungen beiträgt.
Neben 100.000 Tonnen Bioalkohol, die
nach der Fermentation und Destillation
jährlich entstehen, fällt bei dem
Prozess auch in gleicher Menge die so
genannte Schlempe an, die sich aufgrund
ihres Eiweißgehaltes hervorragend als
Tierfutter eignet.
Kontakt:
Mitteldeutsche Bioenergie GmbH & Co KG
Thura Mark 18-20
06780 Zörbig
Tel 034956/303-23
Fax 034956/303-97
Michael.Kuhn@Sauter-Gruppe.de
Weitere Informationen:
www.sauter-logistik.de/Sauter_Gruppe.htm
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