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Die AktionDie Energieprojekte der Bundesländer

Rheinland-Pfalz
Zero Emission Village Weilerbach

 

Der Name des Projektes klingt visionär: "Zero Emission Village" - eine Stadt ohne Emissionen. Die Verbandsgemeinde Weilerbach hat sich zum Ziel gesetzt, ihre acht Ortsgemeinden CO2-neutral mit Energie zu versorgen. Künftig soll der Energiebedarf der insgesamt 19.000 Einwohner komplett durch erneuerbaren Energien gedeckt werden. Einzige Ausnahme: der Pkw-Verkehr.

Am Anfang stand eine Studie zur Ermittlung der Potenziale, die durch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) des Umwelt-Campus Birkenfeld, einem Standort der Fachhochschule Trier, durchgeführt wurde.

Finanziert zu 90 Prozent von der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz (LZU) und der Verbandsgemeinde selbst wurden in den Jahren 2001 bis 2003 die Möglichkeiten vor Ort ermittelt. Am Ende stand die Erkenntnis: Das Ziel ist erreichbar.

"Wir sind dabei, das Projekt umzusetzen", sagt Umweltministerin Margit Conrad in Mainz. Beim Strombedarf sei das Ziel schon zu 45 Prozent erreicht: Fünf Windkraftanlagen erzeugen pro Jahr 19 Millionen Kilowattstunden.

Bei der Photovoltaik, der Erzeugung von Strom aus Sonne, ist der größte Teil der Arbeit hingegen noch zu tun. Anlagen mit rund 200 Kilowatt Leistung sind derzeit in den insgesamt acht Orten der Verbandsgemeinde installiert; in diesem Jahr noch sollen insgesamt 1500 Kilowatt daraus werden. Eine Broschüre "Privater Strom von der Sonne" soll helfen, die Bürger für die umweltfreundliche Stromerzeugung zu gewinnen. "Wir setzen auf unterschiedliche Projekte", erläutert Verbandsbürgermeister Anton Jung. Dazu gehören Anlagen auf privaten Dächern, auf öffentlichen Gebäuden, aber auch Investorenprojekte.

Auch der Biomasse kommt in Weilerbach große Bedeutung zu. Mit dem Bau eines Holzheizwerkes mit Nahwärmenetz wurde bereits begonnen, weitere Nahwärmenetze sind in Planung. Öffentliche Gebäude sollen mit Holzpelletsheizungen ausgestattet werden. Und ein "Biomasse-Stoffstromzentrum" soll künftig als Umschlagsplatz für den heimischen Rohstoff dienen. Neben Holz, Grünschnitt, Gräsern und anderen nachwachsenden Rohstoffen, sollen dort auch Klärschlamm, Altfette und Gülle verarbeitet werden.

Um die Verbandsgemeinde auf CO2-neutrale Versorgung zu trimmen, müssen zugleich die Einsparpotenziale vor Ort ausgeschöpft werden. Mindestens zehn Prozent des Energieverbrauchs sollen - gemessen am heutigen Wert - künftig vermieden werden. An der Umsetzung dieses Ziels wird weiter gearbeitet. "Die Zukunft fängt schon heute an", gibt sich Umweltministerin Margit Conrad zuversichtlich. "Die Ergebnisse und die umgesetzten Maßnahmen sind so überzeugend, dass andere Gemeinden diesem Beispiel folgen wollen."



Kontakt:
Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Tel. 06131/16-4373
Telefax 06131/16-174373
Torsten.Kram@muf.rlp.de

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