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Nordrhein-Westfalen:
Sonnenenergie solidarisch nutzen
Diese Anlagen schaffen doppelten Nutzen -
einerseits in Deutschland, andererseits in Krisen-,
Schwellen- und Entwicklungsländern. "Leuchtturmprojekte" für
aktiven Klimaschutz nennt sie Klaus Giesing von der
Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG21), weil ihr
Nutzen weithin sichtbar wird. Beispielgebend wird hier die
Agenda 21 von der Idee zum Prinzip geführt.
Und so funktioniert´s: Mit Spenden und Fördermitteln werden
Solar- und Windkraftanlagen errichtet, die ihren Strom ins
Netz einspeisen. Photovoltaikanlagen mit zusammen fast 25
Kilowatt Leistung sind im Rahmen des Projektes bereits in
den Städten Krefeld, Gelsenkirchen, Hamm und Münster auf
öffentlichen Gebäuden installiert worden. In Geseke wurde
eine 660-Kilowatt-Windkraftanlage errichtet. Die
Kleinkraftwerke erzeugen klimaschonend Strom und sichern
zugleich Arbeitsplätze in der heimischen Solar- und
Windkraftbranche - das ist die eine Seite.
Weil aus den Einspeiserlösen, die über 20 Jahre garantiert
sind, keine Renditen der Anleger bezahlt werden müssen, kann
das erwirtschaftete Geld anderweitig genutzt werden: Es
fließt in Energieprojekte in weniger entwickelten Ländern.
"Das besondere an unseren Solaranlagen ist also nicht die
Technik, sondern die Zielrichtung", sagt Giesing, und
spricht von einer "dauerhaften globalen Partnerschaft". Sie
trägt den Arbeitstitel "SOLidAR."
Die Idee geht zurück auf das Süd-Nord-Ost-West-Netzwerk
"S-N-O-W e.V." Das Netzwerk mit Sitz in Münster, in dem sich
Menschen aus Kirchen, Gewerkschaften, Umwelt- und
Eine-Welt-Bewegung zusammengefunden haben, hatte die Idee
bereits im Jahre 2000 entwickelt. Teilweise mit Spenden
wurde ein Windrad finanziert, das heute in Geseke bei Soest
in Betrieb ist. Mit den erzielten Erlösen konnten bereits
eine Windkraftanlage für ein Tschernobyl-Umsiedler-Dorf in
Weißrussland und eine kleine Biogasanlage in Indien
gefördert werden. So will man künftig im Ausland nochmals
die doppelte Leistung an Ökokraftwerken installieren, und
damit den Spendeneffekt verdreifachen. Alternativ dazu sind
auch Bildungsprojekte im Bereich nachhaltige Energienutzung
geplant.
Um die Gelder für Solar- und Windprojekte einzuwerben, hatte
sich die LAG21 nicht nur auf einfaches Spendensammeln
beschränkt. Speziell Schulen wurden in das Projekt mit
eingebunden, beispielsweise indem sich die Schüler für einen
Sportwettkampf Sponsoren suchten, deren Gelder in die
Solarprojekte flossen. Auch Feste, Kunstaktionen oder
Projekttage wurden organisiert, um die Erlöse als Beitrag
zur weltweiten Friedenssicherung in den Ausbau der
Solarkraft zu stecken.
Investitionen aus Spenden und Fördermitteln: rund 250.000
Euro
Installierte Gesamtleistung: etwa 685 Kilowatt, davon 660
Kilowatt Windkraft (Geseke) und etwa 25 Kilowatt
Photovoltaik (Gelsenkirchen, Krefeld, Hamm, Münster),
Geförderte Projekte: Windkraftanlage (Weißrussland),
Biogasanlage (Indien), Photovoltaikanlagen für Weisenhaus,
Krankenstation und Schule auf der Insel Basanti
(Ganges-Delta, Indien), Santa Catalina in der Provinz Jujuy
(Argentinien)
Besucher/Teilnehmer bisher: 800.000 BürgerInnen
Kontakt:
Klaus Giesing
Bruckersche Str. 68
47839 Krefeld
Tel. 02151-3699002
k.giesing@lag21.de
www.lag21.de |
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