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Die AktionDie Energieprojekte der Bundesländer

Mecklenburg-Vorpommern:
Strom und Wärme aus dem Inneren der Erde


Premiere im November 2003: Erstmals in der Geschichte der deutschen Stromwirtschaft wurde Elektrizität aus Erdwärme ins Netz eingespeist. Dank des neuen geothermischen Kraftwerks in Neustadt-Glewe ist der Strommix der Republik seither um eine Facette reicher.

 

Die Nutzung der Erdwärme für die Raumheizung startete an diesem Standort bereits in den neunziger Jahren. Die beiden Bohrungen stammen noch aus DDR-Zeiten und versorgen heute 1100 Haushalte und einige Betriebe. Doch dank neuer Technik konnte das Heizwerk nun durch die Stromerzeugung ergänzt werden. Als "wichtige Etappe beim Ausbau der erneuerbaren Energien" bezeichnete Umweltminister Jürgen Trittin das Kraftwerk bei der Inbetriebnahme. Denn mit Erdwärme kann Strom zu jeder Tages- und Nachtzeit produziert werden, unabhängig vom Wetter.

Bauherr und Betreiber des Kraftwerks ist die Erdwärme Kraft GbR, Berlin. An ihr beteiligt sind die zu Vattenfall Europe gehörende Berliner Bewag mit 51 Prozent sowie die Schweriner WEMAG AG und die Landauer LanGeo GmbH, eine Tochter der EnergieSüdwest AG, mit jeweils 24,5 Prozent. Die drei Gesellschafter investieren in das Projekt zusammen über 800.000 Euro, wobei fast die Hälfte als Zuschuss vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanziert wurde.

Und so funktioniert das Kraftwerk: in einer Tiefe von 1,5 - 2,5 Kilometern finden sich große Thermalwasservorkommen. Über eine Bohrung wird 98 Grad heißes Tiefenwasser gefördert. Oberirdisch wird dem Wasser Wärme entzogen, die in die Fernwärmeversorgung eingespeist wird. In Zeiten geringeren Bedarfs wird der Überschuss zur Stromerzeugung verwendet. Dazu wird Dampf unter hohem Druck und bei hoher Temperatur über eine Turbine geleitet und dabei entspannt und abgekühlt. Die Turbine treibt den Stromgenerator an. Sie erzeugt jährlich etwa 1,4 Millionen Kilowattstunden umweltschonenden Strom in Kraft-Wärme-Kopplung, und versorgt damit rund 500 Haushalte. Das abgekühlte Thermalwasser wird über eine etwa 1,5-2 Kilometer weit entfernte "Injektionsbohrung" wieder in die Erdschicht verpresst, aus der es entnommen wurde. Geothermische Anlagen können so mindestens 30 Jahre ohne ein nennenswertes Absinken der Thermalwassertemperaturen betrieben werden.

Neben dem Strom soll die Pionieranlage aber auch wertvolle Erfahrungen liefern. Ingenieure haben längst Märkte im Ausland im Blick: Für die Nutzung der Geothermie interessieren sich insbesondere osteuropäische Staaten, deren geothermische Bedingungen ideal für den Aufbau einer solchen zukunftsfähigen Energieversorgung sind.



Kontakt:
GTN Geothermie Neubrandenburg GmbH
Lindenstrasse 63
17033 Neubrandenburg
Tel 0395/36774-0
Fax 0395/36774-11
gtn@gtn-online.de
www.gtn-online.de


Weitere Informationen: www.erdwaerme-kraft.de

 

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