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Die AktionDie Energieprojekte der Bundesländer

Brandenburg
Biogas aus Klärschlamm


Im Klärschlamm steckt viel Energie. Wenn die organischen Substanzen, die im Abwasser enthalten sind, durch Mikroorganismen abgebaut werden, entsteht daraus Methan - das ist nichts anderes als wertvolles Erdgas. Lange Zeit wurde dieses Gas in den Kläranlagen der Republik nur in Wärme umgewandelt.

In der städtischen Kläranlage im brandenburgischen Cottbus wird das Gas schon seit fast zehn Jahren sinnvoll genutzt. Das entstehende Gas wird an ein kleines Gaskraftwerk geleitet. Es besteht aus drei Blockheizkraftwerken, die nicht nur Strom erzeugen, sondern zugleich auch nutzbare Wärme abgeben. "So decken wir den Strombedarf der Kläranlage zu 45 bis 50 Prozent selbst", sagt Heidrun Dittmann von der Betreiberfirma, der Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG. Insgesamt mehr als zwei Millionen Kilowattstunden Strom hat die Anlage im vergangenen Jahr erzeugt. Und der Wärmebedarf werde bei Außentemperaturen über 10 Grad Celsius komplett gedeckt.

Voraussetzung dafür ist eine Behandlung des Schlammes in einem luftdichten Behälter, der auf 33 bis 37 Grad Celsius aufgeheizt wird. Darin wurden Mikroorganismen angesiedelt, die einen Teil der Inhaltsstoffe des Klärschlamms in 22 bis 30 Tagen zu Faulgas zersetzen, das 65 Prozent Methan enthält. 4000 Kubikmeter Gas fasst der Speichertank. Er wird benötigt, um das Kraftwerk kontinuierlich mit Gas zu versorgen.

Sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich ist das Projekt attraktiv. Denn das Gas fällt sozusagen ganz von alleine an. Zudem wird der Faulschlamm durch den Prozess veredelt: Wenn er den Reaktor durchlaufen hat, und somit das Gas entwichen ist, riecht er deutlich weniger.

"Wir gehören zu den ersten Unternehmen im ostdeutschen Raum, die eine solche Anlage errichtet haben", sagt Dittmann. Bereits im Jahre 1988, als die gesamte Kläranlage umgebaut wurde, startete das Projekt der Biogasgewinnung.

Und dieses ist nicht das einzige vorbildliche Kraftwerk am Standort. In unmittelbarer Nähe "Am Großen Spreewehr" nutzt seit 1996 ein Laufwasserkraftwerk das Wasserkraftpotential der Spree. Die dabei gewonnene Energie wird vollständig in das öffentliche Netz der Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH eingespeist. Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit werden durch innovative Turbinen- und Getriebetechnik erreicht: Die Aggregate sind eingekapselt. Kühlung und Schmierung sind geschlossene Kreisläufe, so dass kein direkter Kontakt zum Spreewasser besteht.


Kontakt:
LWG Lausitzer Wasser
GmbH & Co. KG
Berliner Straße 19-21
03046 Cottbus
Tel: 0355/350-0
Fax: 0355/ 350-1109
info@lwgnet.de
www.lwgnet.de


Weitere Informationen:
Kläranlage Cottbus, Broschüre, pdf-Datei zum Download (3247 KB)

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