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Die AktionDie Energieprojekte der Bundesländer

Berlin

Solaranlagen auf fremden Dächern


Energiepolitik ist eine der wichtigsten politischen Zukunftsaufgaben. Symbolisch hierfür ist die vorbildliche Energieversorgung des Berliner Regierungsviertels: Erdwärmespeicherung, Solaranlagen und Kraft-Wärme-Kopplung ergänzen sich gegenseitig. Doch nicht nur die Politik, auch die Bevölkerung kann ihren Beitrag zu einem nachhaltigen Energiesystem leisten: Seit Januar 2004 gibt es in Berlin das erste, gemeinschaftlich von Bürgern finanzierte Solarkraftwerk.

Das Projekt geht zurück auf einen vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf ausgerichteten Zukunftskongress, der im Herbst 2002 vom evangelischen Kirchenkreis mitveranstaltet wurde. Hier kam die Idee auf, im Bezirk einen Solarverein zu gründen. "Bis zur Gründung unseres Vereins im August 2003 war der Begriff "Bürger-Solaranlage" in Berlin ein Fremdwort", sagt Claudia Pirch-Masloch. Das sollte sich ändern. Inzwischen hat der "Solarverein Berlin" 19 Mitglieder und viele aktive Mitstreiter und Mitstreiterinnen.

Viele tausend Quadratmeter ungenutzter Dachflächen könnten in Berlin und Umgebung zur Wärmegewinnung oder zur Umwandlung des Sonnenlichts in Strom genutzt werden. Auf dem Dach der Werkgemeinschaft für Berlin-Brandenburg GmbH am Teltower Damm konnte bereits nach dreimonatigen Vorarbeiten eine Gemeinschaftsanlage begonnen werden. "Die Geschäftsführung war in beispiellos kooperativer Weise bereit, die Fläche für 20 Jahre mietfrei zur Verfügung zu stellen", sagt Pirch-Masloch.

So können nun jährlich 4300 Kilowattstunden Strom vom betreffenden Dach ins örtliche Netz eingespeist werden - ausreichend für zwei einigermaßen sparsame Haushalte. Im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) beteiligten sich 24 Bürgerinnen und Bürger mit Anteilsscheinen an den Investitionskosten. Zusammen brachten sie 27.000 Euro auf, um das Kraftwerk zu finanzieren. Jede Kilowattstunde eingespeister Strom wird mit vergütet. Die Auszahlung des Gewinns aus der Einspeisevergütung erfolgt nun regelmäßig über 20 Jahre nach festem Zeitplan.

Natürlich wird das erste Projekt nicht das letzte bleiben. Die Anteile einer zweiten Anlage waren bereits zwei Monate nach dem Startschuss fast vollständig finanziert. Bereits im Mai wird man sie auf dem Dach der Werkgemeinschaft erblicken können. Zügig soll es dann weiter gehen, versichert der Solarverein: "Berlin hat noch viele Dächer, auf denen Solarstromanlagen installiert werden können."


Kontakt:
Solarverein Berlin e.V.
c/o Claudia Pirch-Masloch
Schweitzerstr. 4a
14169 Berlin
Tel. 030/8090 2563
Fax 030/8090 2564
info@solarverein-berlin.de

www.solarverein-berlin.de

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